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Kobosil live / dj

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Wenn man heute über Kobosil spricht, dann muss man über ein Ziel sprechen: Künstler zu werden, zu sein. Max Kobosil, Jahrgang 1991, erlebte Berlin als Postwendekind in Zeiten des strukturellen Wandels, entdeckte Techno auf dem Weg aus der Subkultur in die Moderne und beschloss schon früh, seinen Beitrag zu sowohl Stadt und Genre zu leisten sowie beides mit zu prägen.

Die Initiation markierte sein erster Besuch im Berghain. „Mit 17 Jahren hab' ich House und Techno aufzulegen begonnen, damals hatte ich schon dies und das über den Club gehört. Mit 18 bin ich das erste Mal hin, nach drei Stunden in der Schlange kamen wir schließlich rein. Da hab ich dann schnell gemerkt: ‚Das ist was – dieser Club und die Leute darin machen den Unterschied aus, hier möchte ich Künstler, nicht nur Stammgast sein.‘ Schließlich lernte ich nd_baumecker und andere Mitarbeiter kennen, wir waren trotz des Altersunterschieds gleich auf einer Wellenlänge.“

Das gemeinsame Verständnis führte bald zu seinen ersten Veröffentlichungen: 2013 erschien Kobosils Remix von Barker & Baumeckers „Silo“ auf Ostgut Ton, im gleichen Jahr folgte das 12"-Debüt auf seinem eigenen Label RK sowie die EP - ----- auf Unterton. Damit war Kobosil nicht nur in Berlin, sondern auch weit außerhalb der Stadt- und Landesgrenzen für subtil-hypnotische Synth-Sounds, Noise, Ambient und besonders die dunklere, kraftvolle Spielart von Techno gesetzt. Außerdem erwies sich der heute 24-jährige schon zu seinem Klubnacht-Debüt im August 2013 als versatiler DJ, der neue Platten geschickt mit Genreklassikern, Acid, Alternative und Industrial-Tracks zu kombinieren wusste und seinen Sets sowohl Druck als auch Dramaturgie verleihen konnte.

Für Kobosil steht seit jeher die Balance aus Auflegen und Produktion im Mittelpunkt. „DJing findet stark im Hier und Jetzt statt – mit einem Abend kann man die eigene Zukunft bestimmen, aber letztlich endet ein Set mit der Nacht. Produktion dagegen steht für das eigene Vermächtnis. Die Vergangenheit hat immer wieder bewiesen, dass eine Musik bei ihrem Erscheinen nicht unbedingt kommerziell erfolgreich gewesen sein muss, sie sich im Spiegel der Zeit aber zu einer Kultplatte entwickeln konnte. Ich sehe es als künstlerische Herausforderung, etwas zu schaffen, das die Zeit überlebt.“

Diesen Anspruch hat der Neuköllner im Laufe der letzten zwei Jahre durch einerseits Club- und Ambientsets, als Teil von Marcel Dettmann Records und mit dem eigenen RK-Label, seinem Live-Set sowie zuletzt einem hochgelobten Remix für Terence Fixmers „Aktion Mekanik Theme“ auf Ostgut Ton nur noch weiter unterstrichen – und gleichzeitig seine eigenen Visionen übertroffen. Mit seiner EP 91 (Ostgut Ton, 2015) bewies er noch einmal sein Gespür für funktionalen Techno mit Tiefe und Drive; sein Anfang 2016 erschienenes Albumdebüt We Grow, You Decline erweiterte Kobosils künstlerische Palette um gänzlich neue Stimmungen und Klänge, um Leichtigkeit und Melodiösität, ohne dabei auf die von ihm gewohnte Darkness zu verzichten. „Mein Album soll von einer späteren Generation als Musik wahrgenommen werden – nicht als Techno-Musik.“ Ob Kobosil damit schon sein selbstgestecktes Ziel erreicht hat, bleibt abzuwarten. Die künstlerische Handschrift und Haltung aber ist heute schon unverkennbar.

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